Kajak Test

Ratgeber über Kajaks und das Paddeln

Mit einem Kajak ist ein spezielles Boot gemeint, das gemeinsam mit dem Kanadier zur Untergruppe der Kanus zählt. Aufgrund der speziellen Merkmale und Besonderheiten eines jeden einzelnen Bootes, geht es im Folgenden ausschließlich um Kajaks. Es handelt sich hierbei um ein Paddelboot, das ursprünglich von den Inuit für die Jagd verwendet wurde. Das Wort „Kajak“ selbst stammt vom grönländischen Begriff „Qajaq“ ab. Kajaks zeichnen sich durch ihre vorwiegend geschlossene Oberfläche mit im Normalfall einer Sitzluke aus. Wer das Boot fortbewegen möchte, benötigt ein Doppelpaddel. Früher benutzten ausschließlich männliche Inuit das Kajak für ihren Beutefang, heutzutage wird es weltweit verwendet, ebenso von Frauen, und ist aufgrund seiner guten Manövriermöglichkeit auch im Sport oder der Freizeit anzutreffen.

Ein Kajak für alle Fälle

Kajaks sind für unterschiedliche Bereiche geeignet. Dazu zählt beispielsweise das Wasserwandern, das Kajak-Angeln, das Wildwasserpaddeln, das Seepaddeln oder auch der Einsatz als Sport- beziehungsweise Rennkajak. Die einzelnen Kategorien haben unterschiedliche Schwerpunkte und sind daher mehr oder minder für Anfänger geeignet. In vielen Fällen lohnt es sich, erste Erfahrungen in einem Verein oder Kurs zu sammeln. Das gilt besonders dann, wenn ein erhöhtes Risiko besteht. Sicherheitsaspekte, wie beispielsweise die Kenterrolle, solltest du vorab einüben. Einige Bereiche des Kajakfahrens sind gerne als Freizeitaktivität gesehen, andere hingegen eher als professioneller Sport. Worauf es bei den einzelnen Ausrichtungen ankommt, erfährst du hier.

Wasserwandern

Anders als es der Begriff vermuten lässt, wanderst du beim Wasserwandern nicht tatsächlich zu Fuß durchs Wasser, sondern mit deinem Kajak. Fürs Wasserwandern, das häufig auch als Kanuwandern oder Wanderpaddeln bezeichnet wird, eignen sich besonders ruhige Gewässer. Bei dieser Form des Kajakfahrens ist es wichtig, die Route sehr detailliert zu kennen. Auf diese Weise lassen sich mögliche Hindernisse genau ausmachen, wie zum Beispiel Naturschutzgebiete, Wehre, Schleusen oder sonstige Sperrgebiete. Es handelt sich beim Wasserwandern um eine aktive Freizeitgestaltung, an der vor allem viele Familien mit Kindern teilnehmen. Das liegt daran, dass Wasserwandern mit nur wenig Vorerfahrung möglich ist und sich deshalb bestens für Kajak-Anfängerinnen und -Anfänger eignet.

Angeln

Wer in seiner Freizeit gerne zum Angeln geht, kann dies auch mit einem Kajak-Ausflug kombinieren. Das Kajak-Angeln beziehungsweise das Kajak-Fischen ist eine Mischung aus dem ruhigen Angelausflug und dem anstrengenden Kajak-Sport. Da es nicht ungefährlich ist, sollte keine Kanutin und kein Kanute alleine losziehen, sondern ein sogenanntes „Back-up“ mitnehmen. Dabei handelt es sich um eine Person, die im Notfall eine Rettungsaktion veranlassen kann. Vertrauen und genaue Absprachen sind hierbei das A und O. Grundsätzlich gilt, dass Kajak-Angeln eine Unternehmung für erfahrene Paddlerinnen und Paddler ist, die Spaß am Fischen mitbringen und beispielsweise fliegenfischen, spinnfischen, schleppfischen oder driftfischen ausüben wollen.

Wildwasser

Beim Wildwasserkajakfahren geht es etwas abenteuerlicher zu, weswegen diese Art des Kanufahrens ebenfalls eher für erfahrene Kanutinnen und Kanuten geeignet ist. Es kommt beim Wildwasserkajak vor allem darauf an, schnelle Entscheidungen zu treffen, Hürden zu meistern und sich trotz der Strömung flüssig durchs Wasser zu bewegen. Wer einen besonderen Adrenalinkick sucht, kann spezielle Routen mit Wasserfällen wählen, die jedoch eine höhere Schwierigkeitsstufe haben. Beim Wildwasserkajak unterscheiden die Sportlerinnen und Sportler zwischen sechs Stufen, wobei eins die leichteste, sechs die schwierigste Stufe ist. Besonders professionelle Fahrerinnen und Fahrer, die wie auf Schienen durchs Wasser gleiten, liefern eine sogenannte Sickline ab, die perfekte Linie durch das Wildwasser. Wildwasserkajakpaddlerinnen und -paddler müssen dafür eine gute Kombination aus Kraftaufwendung und Gefühl aufbringen, um die schwierigsten Routen zu meistern.

Seepaddeln

Das Seepaddeln, unter anderem auch bekannt als Seekajakfahren, Küstenpaddeln oder Salzwasserpaddeln, ist eine weitere Form des Kajakfahrens, die sich ebenfalls an erfahrene Kanutinnen und Kanuten richtet. Das liegt vor allem daran, dass Paddlerinnen und Paddler weiter vom Ufer entfernt und der Strömung damit stärker ausgesetzt sind. Um den Sicherheitsaspekten gerecht zu werden, müssen die Kajakfahrerinnen und -fahrer beim Seepaddeln bestimmte Rettungstechniken beherrschen sowie die Kenterrolle im Notfall ausüben können. Seepaddlerinnen und -paddler, die sich alleine auf den Weg machen, sollten sich bestens auskennen, da sie sonst ein erhöhtes Sicherheitsrisiko eingehen. Die zeitliche Planung ist neben der richtigen Ausrüstung und dem guten Orientierungssinn der wichtigste Punkt beim Seepaddeln.

Rennen/Sport

Neben den freizeitlichen Kajakfahrten, gibt es den Kajaksport auch als wettbewerbliche Disziplin, wie zum Beispiel bei den World Games sowie den Welt- und Europameisterschaften. Seit 1936 ist der Kanusport auch bei den Olympischen Spielen vertreten. Die Kanu-Wettkämpfe bestehen seit 1992 aus zwölf Kanurennsport- sowie aus vier Kanuslalom-Disziplinen. Die teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler betreiben das Kajakfahren professionell und trainieren jahrelang für eine Teilnahme. Anfängerinnen und Anfänger sollten zunächst spezielle Trainings durchlaufen, ehe sie bei einem offiziellen Wettbewerb mitmachen. Wer bereits früh einsteigen möchte, kann ab einem Alter von ungefähr fünf bis zehn Jahren teilnehmen, wobei die ersten Wertungen erst ab dem siebten Lebensjahr zählen.

Kajak-Bauarten

Kajaks sind unterschiedlich gebaut. Es gibt sie sowohl aufblasbar als auch faltbar sowie in fester Form. Die jeweiligen Varianten bringen eigene Vor- und Nachteile mit sich. Grundsätzlich gilt jedoch, dass es eine Geschmacksfrage ist, welche Kajaks für den eigenen Gebrauch interessant sind. Hinzu kommen Faktoren, wie beispielsweise die Reiseziele, Absichten und Bedürfnisse der Kanutin beziehungsweise des Kanuten. Aus diesem Grund solltest du bei Interesse verschiedene Modelle testen und im Idealfall probepaddeln.

Aufblasbar

Aufblasbare Boote, auch Luftboote genannt, können leicht transportiert werden. Sie eignen sich daher für längere Reisen und wiegen kaum etwas. Auch wenn es um die Lagerung geht, nehmen aufblasbare Kajaks fast keinen Platz weg. Sie sind zudem bequem und federn die Wellen gut ab. Der Nachteil ist allerdings, dass sie deutlich langsamer und windanfälliger sind. Außerdem verfügen sie über einen kleineren Bootsinnenraum und sind sehr sensibel für Beschädigungen, wie etwa durch spitze Kanten.

Faltboote

Faltboote lassen sich – ähnlich wie Luftboote – gut lagern und transportieren, was auf Reisen für sie spricht. Sie verfügen über eine gute Laufeigenschaft, sind einfach zu reparieren und in der Regel leicht. Nachteilig ist jedoch, dass sich Faltboote nur schwer auf- und abbauen lassen, was meist mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden ist. Zudem ist das Faltboot ebenfalls anfällig für Beschädigungen, wenn auch nicht in dem Ausmaß eines Luftbootes.

Hartschale

Bei Kajaks mit Hartschalen, den sogenannten Festrumpf- beziehungsweise Feststoffkajaks, liegt der Vorteil vor allem bei den besten Voraussetzungen fürs Fahren. Es handelt sich um ein widerstandsfähiges, robustes Boot, das nicht so schnell kaputt geht. Hinzu kommt, dass es sofort einsatzbereit ist. Dafür ist der Transport deutlich aufwendiger. Wer mit dem Auto fährt, benötigt spezielle Transportvorrichtungen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird dieser Zustand noch erschwert, da die Boote in der Regel sehr viel Gewicht haben und noch unhandlicher sind als zum Beispiel ein schweres Fahrrad. Wer Kajaks mit Hartschalen lagern möchte, der muss zudem ausreichend Platz haben oder entsprechende Räume für die Unterbringung anmieten.

Für alle Fälle ein Kajak

Neben den unterschiedlichen Bauformen hat jedes Kajak weitere Besonderheiten. Es gibt beispielsweise Kajaks, die für das Wasserwandern besser geeignet sind als für den Sport- oder Rennbereich. Hinzu kommt, dass Kajaks für unterschiedlich viele Personen geeignet sind. So sind zum Beispiel Einer-Kajaks genauso möglich wie Sit-on-Top-Kajaks.

Kajak-Sitzarten

Kajaks verfügen über unterschiedliche Sitzarten. Hieran lässt sich erkennen, wie viele Personen innerhalb eines Kajaks mitpaddeln können. Dabei gibt es Einer-, Zweier- und Dreier-Kajaks sowie Sit-on-Top-Kajaks. Im Kanurennsport sind zudem Vierer-Kajaks möglich.

Einer-Kajak

Hierbei handelt es sich um die Sitzartenklasse, die am häufigsten Verwendung findet. Die Besonderheit ist, dass genau eine Person platznehmen kann, die sich mithilfe des Doppelpaddels fortbewegt.

Zweier-Kajak

Bei dieser Klasse befinden sich zwei Personen im Kajak, die hintereinander sitzen und ihre Doppelpaddel abwechselnd rechts und links ins Wasser setzen. Wer hierbei synchron arbeitet, hat die besten Chancen.

Dreier-Kajak

Das Dreier-Kajak wird ähnlich wie das Zweier-Kajak bedient, wobei hier gleich drei Personen hintereinander platznehmen können. Gleiches gilt auch für das Vierer-Kajak im Rennsport.

Sit-on-Top-Kajak

Wie der Name bereits vermuten lässt, sitzen die Kanutinnen beziehungsweise die Kanuten bei dieser Variante nicht im Kajak, sondern obenauf. Da der Rumpf mit Luftkammern versehen ist, kann das Boot im Falle einer Kenterung nicht absinken. Sit-on-Top-Kajaks sind in der Regel für ein bis zwei Personen geeignet.

Seekajak

Beim Seekajak handelt es sich um eine Form des Paddelbootes, welche speziell für das Seepaddeln entworfen wurde. Es erinnert von seiner Beschaffenheit und dem Stauraum am ehesten an die ursprüngliche Form, so wie sie einst bei den Inuit vorzufinden war. Beim Seekajak ist es beispielsweise auch möglich, Gegenstände zu verstauen. Das ist praktisch, wenn Platz für die Ausrüstung sowie Proviant benötigt wird. Seekajaks zeichnen sich durch ihre Länge aus, die im Vergleich zu gewöhnlichen Kajaks deutlich ausführlicher ist. Häufig sind die Paddelboote mit einem Kompass ausgestattet, sodass Kanutinnen und Kanuten gerade längere Routen besser planen können. Darüber hinaus sind die Paddel mit einer kleineren Fläche versehen, was die Kajakfahrerinnen und -fahrer bei zeitintensiven Ausflügen entlastet.

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Seekajaks sind vorwiegend als Einer- und Zweier-Boote erhältlich und werden im Freizeitsport genutzt. Kanutinnen und Kanuten setzen hierbei meist auf faltbare oder feststehende Boote. Das liegt daran, dass insbesondere die letztere Variante deutlich widerstandsfähiger ist, was auf dem offenen Meer unbedingt notwendig ist. Für Wasserwanderungen können Seekajaks ebenfalls interessant sein, da sie einen hohen Stauraum bieten.

Wanderkajak

Da Wanderkajaks am liebsten für die Freizeitgestaltung genutzt werden, sind sie häufig als Zweisitzer anzutreffen, aber auch Einer-Boote sind möglich. Dabei variieren die Kajaks in der Länge. Meist ist ein solches Boot zwischen dreieinhalb und fünf Metern lang, die schmalsten Kajaks sind dabei fünfzig, die breitesten siebzig Zentimeter breit. Da vor allem Familien solche Wanderungen durchs Wasser in betreiben, gibt es zahlreiche Hersteller, die Boote mit der Bezeichnung „2+1“ anbieten. Dabei handelt es sich um Kajaks, die eine dritte, leichte Person, wie etwa ein kleines Kind, zulassen. Hinzu kommt, dass Wanderkajaks mit viel Stauraum ausgestattet sind. Auf diese Weise können die Wanderungen übers Wasser auch mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Wanderkajaks sind in allen Formen – aufblasbar, faltbar und hart – erhältlich. Durch ihre Beschaffenheit sind sie keineswegs für Rennsportarten nutzbar.

Rennkajak

Rennkajaks gibt es je nach Sportart zum Beispiel als Einer- oder auch als Vierer-Kajak. Sie sind ausschließlich für den Wettkampf konzipiert, was bereits am Aufbau erkennbar ist. So sitzen die Kanutinnen und Kanuten in einem Sitz, der verstellbar ist und sich im Bootsinneren befindet. Innerhalb des Bootes ist außerdem eine sogenannte Steuerflosse angebracht. Durch diese wird es den Sportlerinnen und Sportlern ermöglicht, das Boot zu lenken. Hierfür benötigen sie allerdings nicht ihre Arme, sondern steuern das Ganze mit den Füßen. Zusätzlich dazu verwenden die Kajakfahrerinnen und -fahrer das übliche Doppelpaddel. Eine sogenannte Spritzdecke verhindert, dass Wasser in die Sitzluke gelangt.

Die Rennkajaks sind aufgrund der höheren Widerstandskraft meist in Hartschale anzutreffen und werden normalerweise nur für den Kanusport eingesetzt.

Wildwasserkajak

Wildwasserkajaks kennzeichnen sich in erster Linie durch eine hohe Wendigkeit, was daran liegt, dass die Kanutinnen und Kanuten schnell reagieren müssen. Es ist wichtig, dass das Boot dann mitgeht und die Sportlerinnen und Sportler keine Zeit verlieren. Das steht vor allem im kompletten Gegensatz zu den Seekajaks, weshalb diese beiden Boote aufgrund ihrer Beschaffenheit niemals gegeneinander getauscht werden könnten. Durch die erhöhte Wendigkeit verliert die Sportlerin beziehungsweise der Sportler allerdings an Geschwindigkeit. Außerdem ist es schwerer, mit einem Wildwasserkajak über einen längeren Zeitraum nur geradeaus zu fahren. Hierfür sind solche Boote schlichtweg ungeeignet. Bei den Wildwasserkajaks haben sich unterschiedliche Boote bewährt, die je nach Schwierigkeitslevel zum Einsatz kommen. Für einfache und mittelschwere Fahrten können Kanutinnen und Kanuten beispielsweise den sogenannten Riverrunner nutzen, wohingegen der Creeker eher für schwierige Bootsfahrten geeignet ist.

Paddlerinnen und Paddler nutzen häufig aufblasbare oder feste Wildwasserkajaks, allerdings sind auch faltbare Boote erhältlich. Grundsätzlich gibt es diese spezielle Art des Kajaks nur für eine Person, wobei es mit dem Topo-Duo eine Abweichung gibt.

Angelkajak

Bei einem Angelkajak kommt es nicht nur auf den Stauraum an, sondern auch auf viele persönliche Faktoren. So können beispielsweise auch das Gewicht und die Körpergröße der Kanutin beziehungsweise des Kanuten sowie die favorisierte Angeltechnik ausschlaggebend sein. Es handelt sich bei Angelkajaks meist um ein Sit-on-Top-Kajak. Diese Form ist sehr beliebt, da die Paddlerin beziehungsweise der Paddler nicht so leicht kentern kann. Die spezielle Machart des Sit-on-Top-Kajaks verhindert hierbei Schlimmeres. Um die entsprechende Ausrüstung unterzubringen, sollten Kajakfahrerinnen und -fahrer unbedingt auf ausreichend Platz achten – nicht nur für sich selbst, sondern auch für Köder, Angel und Co.

Ein Angelkajak eignet sich keineswegs für den Rennsport oder zum Wildwasserpaddeln. Die speziellen Boote sind meist als Einer- oder Zweier-Kajaks erhältlich und sind in fester Form sehr beliebt. Allerdings gibt es sie auch als Luftboote sowie in faltbarer Variante.

Sit-on-Top-Kajak

Wie der Name bereits vermuten lässt, sitzen die Kanutinnen beziehungsweise die Kanuten bei dieser Variante nicht im Kajak, sondern obenauf. Da der Rumpf mit Luftkammern versehen ist, kann das Boot im Falle einer Kenterung nicht absinken. Sit-on-Top-Kajaks sind in der Regel für ein bis zwei Personen geeignet.